Kultur und Design

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Kulturelle Unterschiede als Teil des UX Designs

Dank eines durch die Globalisierung sowie das Internet aufblühenden multikulturellen Marktes, ist das Anbieten sowie Verkaufen von Produkten & Services über die eigenen Landes- und Sprachgrenzen hinweg heutzutage zu einem Standard geworden. Doch gerade dieses ‚Multikulturelle‘ reicht weit über schlichte Übersetzungen, erreichbare Plattformen oder ausgebaute Lieferketten hinaus und stellt Entwickler vor ganz neue Herausforderungen.

Was ist eigentlich Kultur?

Das Wort Kultur als Einzelbegriff wird häufig recht lose eingesetzt, wobei zumeist ein künstlerischer bzw. gestalterischer Kontext (Architektur, Literatur, Malerei etc.) impliziert wird oder bei der Beschreibung eines Menschen von Kultiviertheit (Intelligenz, Anstand, Geschmack etc.) die Rede ist. Ansonsten betrifft Kultur zumeist die gemeinsamen Merkmale einer Nation (Sprache, Traditionen etc.) bzw. wird oft als Zusatz genutzt, um die Einstellung und Überzeugung bestimmter Gruppierungen hervorzuheben (Arbeits- oder Unternehmenskultur, politische Kultur etc.). Kultur ruft also in gewissem Sinne immer eine Konnotation mit Begriffen wie Identität und Ideologie in Form von Weltanschauung hervor.

Warum sind kulturelle Unterschiede im Design von Relevanz?

Im Design spielen kulturelle Unterschiede eine große Rolle, da man die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen verschiedener Nutzer verstehen muss, um eine optimale User Experience zu ermöglichen. Denn egal wie toll das angepriesene Produkt/Service auch sein mag — wenn die Informationen falsch codiert sind, kann ein Nutzer sie schlicht nicht entschlüsseln, wodurch das Produkt/Service für ihn wertlos ist. Es gilt also immer zu fragen: Ist dem Nutzer das Zeichen/Symbol/Bild bekannt und kann er es ‚richtig‘ interpretieren?

Wie untersucht man kulturelle Unterschiede?

Eines der bekanntesten Modelle, um Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen Kulturen festzustellen, sind die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede. Hierbei werden sechs verschiedene Dimensionen aufgelistet, die zur Beschreibung einer Kultur dienen:

Kulturpersonas und der Faktor Individualisierung

Um nun also etwas genauer festzustellen, auf welche Probleme spezifische Nutzer treffen könnten und ein höheres Verständnis sowie Empathie gegenüber einer Nutzergruppe zu erlangen, bietet es sich im Design an, Kulturpersonas anzufertigen. Hierbei werden wie bei normalen Personas eine, am besten aber mehrere fiktive Personen der gleichen Kultur erstellt. Mehrere deshalb, da selbst innerhalb einer Kultur Unterschiede auftreten können und man schließlich ein breites Spektrum an Nutzeranforderungen treffen möchte.

Kultur bedeutet Zuhören und Erleben

Auch wenn Farben und Symbolik sowie die Individualität und Wissensverarbeitung verschiedener Kulturen bereits weitestgehend erforscht wurden und man viele frei verfügbaren Informationen in den Gestaltungsprozess miteinbeziehen kann, verhält es sich auch bei Kulturen nicht anders als bei der grundlegenden Bedürfnis- und Anforderungsanalyse. Am Ende lernt man am meisten über eine Person und somit auch der Kultur, in der sie sich Zuhause fühlt, durch Interviews, iterierende Nutzertests und dem damit einhergehenden Feedback. Und wer wahrhaftig Kulturforschung betreiben will, sollte auf seinen Reisen schlicht Augen und Ohren offen halten — beobachten und erleben.

Innovation Explorer. Design Consultants. User Experience Experts.

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